Warren Buffet und Lanxess: eine Affäre, kein Bund fürs Leben

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In der vergangenen Woche ging die Meldung über die Ticker, dass Warren Buffet beim Leverkusener Spezialchemiekonzern Lanxess einsteigt. Daraufhin stieg die Lanxess-Aktie an zwei Tagen fast um zehn Prozent!

Die Nachricht, dass Buffett bei Lanxess einsteigt, liest sich freilich ganz anders, wenn man die folgenden Faktoren berücksichtigt: Erstens geschah der Einstieg Buffets über seine General RE, die als Rückversicherer ständig Gelder anlegt und auch schnell wieder aus Exposures rausgeht, da sie nicht langfristig investiert – das Geld wird stets für das eigene Geschäft benötigt. Zweitens muss General RE kleinere Investments mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht mit Buffet abstimmen, es ist also sehr unwahrscheinlich, dass Buffet irgendetwas direkt mit dem Einstieg zu tun hat. Und drittens ist Lanxess trotz des aktuellen Aktienhypes ein schwieriger Konzern, dessen Margen von rund 2-3% FCF-Marge mit den Besten der Branche nicht mithalten, was bei dem rohstoffnahen und kapitalintensiven Geschäft von Lanxess nicht verwundert. Viertens wächst Lanxess primär nicht organisch, sondern durch M&A. Fünftens ist die Aktie ist mit dem 30fachen Free Cash Flow deutlich überteuert, im Vergleich zu den Peters wäre der 7- bis 10fache FCF angemessen.

Ob Warren Buffet also tatsächlich bei Lanxess eingestiegen ist? Die Antwort liegt angesichts der oben genannten Fakten sehr nahe …

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