Überlegungen zum Dax 2017

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Seitwärts tendierten die Börsen zum Jahresende 2016, und seitwärts laufen die Kurse auch mehrheitlich zum Start in das neue Jahr 2017. Letztlich hat sich durch die leichten Kursbewegungen in dieser Woche an der Situation, die wir bereits in der vergangenen Woche vorgefunden haben, nicht viel geändert. Und genau diese Aussage gilt auch für die abgelaufene erste Handelswoche des neuen Börsenjahres 2017. Das Börsenjahr 2017 hat also begonnen, wie 2016 endete. Nun stellt sich die Frage, ob auch der Rest des Jahres wird wie 2016.

Happy End dank Last-Minute-Ausbruch

2016 gab es für Aktienanleger trotz diverser Turbulenzen ein Happy End. Dank einer Jahresendrallye gewann der deutsche Leitindex DAX im vergangenen Jahr 6,9 Prozent hinzu. Zuvor hatte sich der Index im Jahresverlauf allerdings zwischen einem Tief bei 8.699 Punkten im Februar und einem finalen Hoch bei 11.482 Punkten die meiste Zeit im negativen Terrain aufgehalten.


Lag der Schlusskurs am letzten Handelstag des Jahres 2015 bei 10743 Punkten (blaue Linie im Chart), so konnte der DAX nur durch einen Last-Minute-Ausbruch Ende 2016 noch ordentliche 738 Zähler auf 11.481 Punkte draufsatteln.
Damit wurde der fünfte Jahresgewinn in Folge erzielt. Nur während des Internet-Booms Ende der 1990er Jahre und in den Jahren bis zum Ausbruch der Finanzkrise gab es so lange Serien mit Kurssteigerungen. Sind wir daher nun am Ende der Aufwärtsbewegung oder gar schon in einer Übertreibung angelangt?

Ende der Aufwärtsbewegung?

Bei Betrachtung der soeben genannten Zahlen erscheint die 5-jährige Serie steigender Kurse im DAX auf den ersten Blick recht reif. Allerdings nur, wenn man in Jahren bzw. 12-Monats-Zeiträumen denkt. Denn man darf nicht vergessen, dass wir vor nicht allzu langer Zeit erst eine erneute große Korrektur im seit Anfang 2009 laufenden Aufwärtstrend gesehen haben.

Im April 2015 begann eine Abwärtsbewegung, die erst Anfang 2016 endete (rechtes Rechteck im Chart). Diese fiel in absoluten Zahlen sogar größer aus als die vorangegangene Korrektur 2011 (linke Rechtecke im Chart). Mit einem Minus von fast 30 Prozent steht sie auch in relativen Zahlen dem 34-Prozent-Kursrutsch von 2011 in nichts nach. Und bis heute hat sich der DAX davon nicht vollständig erholt, denn er steht noch mehr als 800 Punkte unter dem damaligen Hoch von 12.390 Punkten.

2017 wird so turbulent wie 2016

Insofern hat der DAX durchaus noch Aufholpotential, insbesondere gegenüber den US-Indizes. Auch die Elliott-Wellen-Analyse (blaue Ziffern im Chart) bestätigt das Restpotential des DAX (grüner Pfeil). Demnach kann der DAX im Rahmen einer Welle 5 längerfristig – also bis spätestens Ende 2018 – noch ein neues Allzeithoch erreichen.
Die Frage ist, auf welchem Wege die Anleger dieses Potential ausschöpfen werden. Kurzfristig, also auf Sicht der nächsten Wochen, sind verschiedene Szenarien denkbar. So könnten die Anleger in diesem Jahr zunächst trotz aktuell überkaufter Lage noch weiter zukaufen, um dann erst im weiteren Verlauf des Jahres einen Teil der Gewinne mitzunehmen. Oder aber 2017 startet wegen besagter überkaufter Situation ähnlich wie 2016: mit Abschlägen zu Jahresbeginn und einer anschließenden Aufholjagd. Diese beiden Varianten sind im folgenden Chart durch die schwarzen Pfeile angedeutet:

Recht wahrscheinlich ist aber, dass 2017 ein ähnlich turbulentes Jahr wird, wie wir es bereits 2016 (und 2015 sowie 2014) gesehen haben. Sie sollten also weiterhin sehr vorsichtig und mit einer klaren Strategie agieren.
Da wir aber natürlich auch in 2017 regelmäßig berichten, werden wir diese bisher eher grobe Prognose in den kommenden Wochen und Monaten anhand der jeweiligen Entwicklungen und tagesaktuellen Ereignisse konkretisieren. Morgen werde ich Ihnen zum Beispiel weitere Argumente nennen, warum ich mittelfristig weiterhin bullish für den DAX gestimmt bin.

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