Trumpsche Sektorrotation – oder: die postfaktische Analyse

Veröffentlicht am

Die Aktien der großen Konsumunternehmen steigen heute durch die Bank, nachdem einige Analysten, die vor drei Wochen eine „Sektorrotation“ ausgerufen hatten, heute eine „überverkaufte Situation“ feststellen. So kurzfristig wird gedacht. Heute Put, morgen Call, die Handelssysteme verstärken dann schnelle Trends, die Trader hängen sich dran, und so kommt es häufig zu nicht nachvollziehbaren raschen Kursausschlägen.

Das hat zB nach der US-Präsidentenwahl zu der grotesken Situation geführt, dass das Unternehmen Caterpillar, bis unters Dach verschuldet (rd. 8,5x FCF), seit Jahrzehnten margenschwach (5-7% FCF-Marge), nun mit 30x FCF 50% höher bewertet ist als der Börsen-Highflyer Church & Dwight. Der Marktführer für US-Haushaltsprodukte erzielt 16-18% FCF-Marge, erhöht seit Jahrzehnten den FCF um 8-12% p. a. und ist mit rund 1x FCF nur gering verschuldet.

In Anlehnung an das jüngst von der Gesellschaft für deutsche Sprache ausgerufene Wort des Jahres könnte man sagen, dass es Analysten fertigbringen, Aktien POSTFAKTISCH zu analysieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.