Tesla: Die nächste Kapitalerhöhung wirft ihre Schatten voraus

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Tesla hat mit seinen Auslieferungen in Q2/2017 den Analysten-Konsens übertroffen. Medien und Börse gaben sich euphorisch, die Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen in der Spitze um 7 Prozent zu – und am nächsten Tag gleich noch mal. Chartisten sehen ein mittelfristiges Kaufsignal für die Aktie. Also alles bestens?

Das hängt von der Sichtweise ab. Aus Sicht von Daytradern lassen sich mit Tesla schöne Gewinne erzielen. Im Juli ging es 20 Prozent abwärts, in den vergangenen Tagen um fast 10 Prozent aufwärts. Doch aus Investoren-Sicht stellt sich die Situation anders dar. Die Verluste von Tesla sind nach wie vor galaktisch hoch. Trotz Umsatzverdoppelung yoy auf 2,8 Mrd. USD hat Tesla in Q2 sage und schreibe 1,4 Mrd. USD verbrannt (= einen negativen Free-Cash-Flow erzielt), in H1 insgesamt 2,2 Mrd. FCF-Verlust bei 5,5 Mrd. Umsatz, in H1 des Vorjahres 2,2 Mrd. USD negativen FCF erreicht.

Aber mit solch profanen Dingen sollte sich ein E-Mobility-Visionär nicht beschäftigen. Denn bisher sind die Verluste trotz mehrfacher Umsatzverdoppelung nicht gesunken, sondern unverändert hoch. Deshalb hat die Nettoverschuldung trotz mehrerer Kapitalerhöhungen mit rd. 5,5 Mrd. USD leider inzwischen eine gefährliche Dimension erreicht. Ohne erneute Kapitalerhöhung reicht der vorhandene Cash zwei bis drei Quartale. Wie Tesla unter diesen Umständen eine Marktkapitalisierung von 57 Mrd. USD erreichen kann, bleibt das Geheimnis von Aktionären, deren Rechenkünste wohl am Dreisatz scheitern.

Aber die Schönen und Reichen von Hollywood, die Teslas Autos gerne auf den Straßen von Beverly Hills herumkutschieren, braucht das nicht zu stören: Sie schwimmen im Geld und können auch ruhig mal etwas davon verbrennen. Für Kleinaktionäre sind das schon anders aus. Natürlich sind auch viele Hedgefonds begeistert von Elon Musks E-Mobility-Visionen und seinen Ankündigungen wie – kein Witz – den geplanten Flügen zum Mars.

FazitL Tesla ist nicht nur ein Unternehmen, es ist vor allem ein Lebensgefühl. Die Frage sei allerdings erlaubt: Wie lange hält das gute Gefühl noch an? .

Vermutlich nicht so lange, wie viele denken.

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