Roche: Die FCF-Marge sinkt

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Die Schweizer bieten im vierten Quartal 2016 solides organisches Umsatzwachstum, auch wenn das Wachstum im Quartal gegenüber FY 2106 leicht eingebremst war (Konzern im Q. 4% vs. FY 5%, Pharma 4,1% vs. 5%, Diagnostik 3,3% vs. 6%).

Wichtig ist, daß die margenstarke cash cow Pharma (mit 34% mehr als dreimal so hohe operative Marge wie Diagnostik mit rd. 10%) weiter ordentlich wächst, die für den Gewinn extrem wichtigen Krebsmittel und Rheuma-/Arthrose-Blockbuster verkaufen sich weiter wie „geschnitten Brot“. Bottom line gibt Roche allerdings erneut etwas ab, auch wenn der Markt wie üblich aufs Nettoergebnis schaut, das FY mit 8% auf 9,73 Mrd. CHF schneller wächst als der Umsatz (besseres Finanzergebnis).

Nur: operativ legt Roche FY wie in den Vorjahren kaum noch zu, 2016 nur um 1% auf 14,1 Mrd. CHF. Grund: Die Schweizer müssen immer mehr Geld in F&E stecken, yoy +19% auf 11,3 Mrd. CHF, das sind mittlerweile 22,3% des Umsatzes. Deshalb und wg. ebenso merklich steigendem Capex sinkt der FCF FY um 11,3% auf 9,13 Mrd. CHF.

Damit ist Roche seit Jahren mit rd. 18% FCF-Marge wieder unter die 20%-Marke gerutscht, der CCR beträgt lediglich 93,8%, bisher war Roche da stets über 100%. ROCE mit 19,6% und ROE mit 34,4% gewohnt stark, aber ebenso wieder bisserl rückläufig, weil der FCF zurückgeht, auch wenn net debt um rd. 1,5 Mrd. auf 20,2 Mrd. abgebaut wurde. NWC mit 12% ok, für Pharma sowieso, auch wenn der Kapitaleinsatz insgesamt pharma-typisch hoch ist (46,5 Mrd. bei 9,1 Mrd. FCF), EK-Quote mit 34,4% ok. EV mit 24,2x FXF mE angemessen bis leicht sportlich, da bottom line solide, aber wieder bisserl wenige und erneut etwas mehr Kapital einsetzen müssen; Hoffnung macht aber das stetige Umsatzwachstum, was hoffentlich die Margen wieder merklicher ansteigen lässt.

Aber Pharma steht eher unter steigendem Preisdruck und höherer Wettbewerbsintensität, weil die Phasen der Alleinstellungen durch den Fortschritt der Biochemie kürzer werden, und das Ganze geschieht bei höherem Kapitaleinsatz und schwierigerer Cash-Bildung. Den Faktor Trump in den USA kann man nicht berücksichtigen, aber in seiner Unberechenbarkeit ist Trump durchaus auch für negative Überraschungen bei einem Konzern wie Roche gut, der einen wesentlichen Teil seines Umsatzes in den USA erzielt.

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