Reckitt-Benckiser: Was bringt die Fusion mit Mead Johnson?

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Der Kurs der Reckitt-Benckiser Aktie stieg nach Bekanntwerden der Fusionsabsichten mit Mead Johnson stark an. Die Börse scheint dem Vorhaben also eine gewisse Erfolgswahrscheinlichkeit zuzubilligen.

Der Erfolg des Zusammenschlusses wird sich gerade auch am Vertrieb festmachen. Reckst Benckiser (RB) wird die Produkte von Mead Johnson (MJ) in die RB-Vertriebskanäle des eigenen OTC-Geschäfts hineindrücken. Diese Vertriebskanäle hat MJ heute nicht. Das sind erfahrungsgemäß die größten Wachstumstreiber solcher Zukäufe im consumer staples-Bereich.

Aber: Die Bewertung des Deals ist inkl. net debt von MJ ganz klar hoch – mit rd. 37x FCF (rd. 40% höher bewertet als RB), zudem verdient MJ zwar glänzend (idR um die 15% FCF-Marge), aber RB verdient noch besser (idR 18-21% FCF-Marge), weshalb der Deal bottom line erst einmal verwässernd wirkt. Das Ganze macht nur mit mehr Wachstum Sinn, was aufgrund eines verbesserten Vertriebs gelingen sollte. Mehr Effizienz allein reicht nicht, auch wenn RB mit Integration und Effizienzsteigerung sich extrem gut auskennt.

RB ist immer stark über M&A gewachsen, das machen sie sehr gut, mehr OTC, wie MJ es vormacht. Da das neue Unternehmen aber nach einem Closing hoch verschuldet sein wird – rd. 14-15 Mrd. GBP voraussichtlich (H2 von RB ist noch nicht veröffentlicht), also irgendwas um 5-6x FCF – ist es gut möglich, dass RB ihr restliches kleines Food-Geschäft verkaufen und evtl. sogar das Home-Business (also nicht Hygiene); die Home-Marken dürften 10-12 Mrd. GBP bringen (würde übrigens gut zu Henkel passen, aber auch zu Unilever).

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