Lindt & Sprüngli: Die Aktie drängt nach oben

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Die Aktie ging in dieser Woche nach dem am 17. Januar vorgelegten Umsatzbericht für 2016 aus fünf Gründen durch die Decke (Tagesgewinn am 17. Januar: + 4,77 Prozent).

 

1. Erneut starkes Wachstum im unverändert stagnierenden Schokoladenmarkt: Während der globale Schokoladenmarkt 2016 wie schon zuvor 2015 stagnierte, schafft L&S wieder ein herausragendes organisches Wachstum, diesmal mit +6% gleichwohl etwas geringer als im Vorjahr (+7,1%), berichtet sind es +6,8% (im Vorjahr +7,9%). Das etwas geringere organische Wachstum ist allerdings ausschließlich auf eine Artikelbereinigung in H1 beim Zukauf Russell Stover (RS) zurückzuführen; zwecks Margensteigerung wurde bewußt auf kurzfristiges Wachstum verzichtet. RS ist zwar hochprofitabel, aber die frühere Familienfirma hatte zu viele Artikel „mitgeschleppt“, mit denen zu wenig verdient wurde. Die Marken Lindt, Ghirardelli, Hofbauer und Küfferle sind wieder so dynamisch gewachsen wie in den Vorjahren.

2. Deutliche Beschleunigung des Wachstums in H2: Ggü. H1 hat L&S in H2 das organische Wachstum massiv beschleunigt. Das ist enorm, denn im Vergleichszeitraum war L&S schon sehr stark gewachsen, das nun zu übertreffen, ist klasse. Wg. der Artikelbereinigung bei RS hat L&S organisch in H1 mit +4,4% zugelegt, im Gesamtjahr +6%, also muß L&S in H2 bärenstark gewachsen sein (exakte Zahlen versuche ich noch zu ermitteln). Das illustriert die herausragende Position der Marke Lindt, aber auch die Maßnahmen bei RS wirken positiv. Das sieht man auch daran, daß der US-Schokoladenmarkt 2016 geschrumpft ist, wogegen L&S dort FY +3,4% organisch gewachsen ist – trotz der RS-Maßnahmen sowohl mit der Marke Lindt als auch mit den RS-Marken (Russell Stover, Whitman’s).

3. Dynamisches Wachstum in Asien und im Retail: In Asien und in eigenem Retail wächst L&S ungebrochen zweistellig, also sehr dynamisch, drei- bis viermal schneller als der Markt.

4. Beschleunigtes, starkes Wachstum in Europa: In Europa, dem größten Schokoladenmarkt, der prinzipiell gesättigt ist, hat L&S das organische Wachstum in H2 wieder beschleunigen können (+7,4% FY ggü. +5,7% in H1 und +5,4% in 2015).

5. Nochmals höhere Profitablilität: Auch wenn L&S bottom line erst am 7.3.17 berichtet, wurde angekündigt, daß die operative Marge und das Nettoergebnis erneut stärker angestiegen sind als der Umsatz. Mal sehen, wie der CF aussieht, denn dem höheren Ergebnis stehen höhere Investitionen bei RS in H1 sowie die nach wie vor hohen Investitionen im Retail (60 neue Shops und Cafés in 2016, insgesamt nun 370) gegenüber, was tendenziell auch das working capital erhöht haben dürfte.

Ingesamt eine starke unternehmerische Leistung, wenn man bedenkt, daß der globale Schokoladenmarkt wie schon 2015 unverändert stagniert.

Beeindruckend auch die etwas längerfristige Sicht: 2011 erzielte L&S rd. 2,5 Mrd. CHF Umsatz, 2016 waren es 3,9 Mrd. CHF (davon Zukauf Russell Stover rd. 500 Mio.), das durchschnittliche organische Wachstum in diesem Zeitraum beträgt 7,3% p. a. (FY 2016: 6%, ohne Russell Stover waren es 7,4%).

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