Deutsche Bank: Ein Trauerspiel, aber kein Drama 

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Die Panik um mögliche Dominoeffekte mit Verweis auf Lehman Brothers ist übertrieben. Auch wenn mit großen Zahlen (z.B. Derivate für 46 Billionen EUR, Bilanz 2 Billionen EUR) gerne suggeriert wird, das ein Erdbeben anstehe – hier sind die Fakten:

1. Die Derivate sind so gut wie alle collateralized. Denen ist es vollkommen egal, ob die counterparty defaulted. Das Volumen des Derivatebuchs ist irrelevant. Die Derivate werden jeden Tag „genetted“, quasi wie an der Börse. Keine Counterparty will heutzutage irgendwelche Risiken haben. Bis auf die Level 3-Derivate sind das alles Standard-Derivate. Und Level 3 macht vielleicht 30 Mrd. EUR aus. Die Zahl 46 Billionen EUR ist nur deshalb so hoch, weil europäische Banken in der Bilanz nicht „netten“ dürfen. Die Collaterals werden natürlich ganz normal nachjustiert, warum auch nicht. Die Bank hat ja mehr als genug Liquidität und Collateral. Selbst wenn nicht, bleibt im Saldo nicht allzu viel übrig, da Counterparties wie gesagt netten.

2. Bei den ausstehenden Anleihen der Deutschen Bank gibt es auch kein Problem, da alle counterparties Limite unter 1% total exposure haben.

3. Die Aktie ist kein Problem, da sie den größten Teil des Wertes verloren hat.

4. Kredite werden ganz normal weiterbedient.
Damals bei Lehman war im Nachhinein nicht das Problem Lehman selber, sondern was die Leute am Markt daraus gemacht haben – „Gedankencrash“ quasi. Das Problem spielt sich in den Köpfen der Leute ab, weil sie nicht dahinter schauen und vor lauter Komplexität Probleme sehen. Also: Panik. Objektiv gibt es da nicht viele Probleme. Lehman ist im nachhinein ganz sauber abgewickelt worden. 9 Jahre danach hatten selbst die uncovered bonds eine recovery von knapp 90% gehabt. Wie bei allen Finanzinstituten braucht es einfach nur Zeit, alle Kontrakte ablaufen zu lassen. Das ist reine Liquiditätsschieberei.
Natürlich würde die Börse ordentlich ruckeln, wenn die Dt. Bank umfiele, das ist klar, aber alle Beteiligten sind darauf besser vorbereitet, als man glaubt. Wer bisher nichts gemacht hat, dem ist eh‘ nicht zu helfen. Ohne Risiko-Management ist nun mal fahrlässig.

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