Daimler: Ein Cash-Burner par excellence

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Vor einem halben Monat hat Daimler fürs GJ 2015 mit 8,784 Mrd. EUR ein Rekord-Nachsteuerergebnis gemeldet, kürzlich wurde der Geschäftsbericht mit dem vollständigen Zahlenwerk vorgelegt.

Die Analysten jubeln – auch über das so geringe KGV der Daimler-Aktie von 7,9. Aha.

Stellen wir uns doch bitte mal die Frae, was von diesem Nachsteuerergebnis überhaupt real in Cash existent ist? Die Antwort fällt kurz aus: nichts.

Der FCF ist tiefrot (FCF -4,756 Mrd. EUR), weshalb die Dividenden (3,477 Mrd. EUR) nur mit neuen Schulden bezahlt werden können, die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen mußten um 371 Mio. EUR erhöht werden, und der Anteil an Nissan-Renault im Wert von 2,178 Mrd. EUR wurde dem Daimler-Pensionsfonds übertragen. Logische Konsequenz: Daimler hat 2016 rd. 10,782 Mrd. EUR in cash verbrannt.

Und die Nettoschulden inkl. Pensionsverpflichtungen betragen nun schwindelerregende 74,5 Mrd. EUR (EK 58 Mrd. EUR). Daimler setzt also 132,5 Mrd. EUR an Kapital ein, um 10,782 Mrd. EUR zu verbrennen. Reife Leistung.

Wie bewertet man die Daimler-Aktie vor diesem Hintergrund? Da der FCF negativ ist, nehmen wir den Cash Flow, der 3,711 Mrd. EUR beträgt, woraus sich ein CF-Multiple für die Aktie von 39 ergibt. Gewinnmaschinen wie Henkel, Church & Dwight oder re litt-Benckiser, die Waschmittel, Zigaretten, Hustenmittel, Kondome oder Kaffee-Pads verkaufen, sind in der Regel mit 20x Cash Flow bewertet.

Die Aktie ist überteuert, der Konzern hoch verschuldet, CEO Zetsche bringt es fertig, jedes Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag zu verbrennen. Und was schreibt die Wirtschaftspresse dazu? „Daimler mit Rekordgewinn“, lauteten die meisten Headlines.

Die Realität ist, dass Daimler über 10 Mrd. Euro im vergangenen Jahr vernichtet hat.

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