Brexit: Unternehmen sind wichtiger als Märkte

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Auch wenn es in den Medien immer ganz dramatisch daherkommt: Der Brexit wird in seinen Auswirkungen sehr stark verzerrt wahrgenommen. Denn exzellente börsennotierte Firmen haben von dem Brexit nur sehr wenig zu befürchten. Bsp.: Eine Firma wie Reckitt-Benckiser ist in EUR seit Jahresbeginn an der Börse um 12,5% gestiegen, der Tabakkonzern BAT in EUR um gut 16% (jeweils ohne Dividende). Zudem haben Reckitt-Benckiser seit Jahresbeginn massive Margenzuwächse, allein wechselkursinduziert.

Unternehmerische Langfrist-Investoren sollten also nicht so sehr die Märkte, sondern vor allem die Unternehmen im Fokus behalten. Bsp.: Der Düsseldorfer Henkel-Konzern verdient seit langem sehr gut und wächst ordentlich, egal, ob der EUR stark oder schwach ist, ob die Zinsen hoch oder nierdrig sind, ob Putin auf der Krim einmarschiert oder ob Trump eine Mauer bauen will. Und Reckitt-Benckiser und BAT werden wohl ebenfalls weiter exzellent verdienen und ausgezeichnet wachsen, ob nun harter oder weicher Brexit.

Hingegen wird ein Konzern wie Royal Dutch selbst bei idealen Brexit-Bedingungen nicht viel verdienen – extrem hoher Kapitalaufwand, hoher recurring capex, geringe FCF-Marge, kaum Wachstum. Dagegen zeichnen sich Reckitt-Benckiser und BAT auch bei brutal schlechten Brexit-Bedingungen durch extrem geringen Kapitalaufwand, geringen recurring capex, sehr hohe Margen, die aufgrund ihrer Markenstärke auch beständig und robust in der Rezession sind, beständige Nachfrage, global verteilte Produktion sowie Einkauf in allen Währungsräumen aus.

Auf DCF-Basis ist Reckitt-Benckiser günstig bewertet, BAT angemessen – und Royal Dutch leider ziemlich überteuert.

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