Amazon: Der Wahnsinn hat Methode

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Wenn man nach dem Studium des Quartalsberichts von Alphabet anschließend den zeitgleich vorgelegten Quartalsbericht von amazon liest, fragt man sich, wie naiv Anleger sein müssen, damit sie Amazon-CEO Jeff Bezos vertrauen:

  • In den beiden Vorquartalen hat amazon einen FCF-Verlust von kumuliert rd. 1,59 Mrd. USD ausgewiesen, das sind lächerliche 1,5% negative FCF-Marge. Jetzt weist amazon fürs Berichtsquartal Q3 rd. 2,65 Mrd. FCF aus, das sind rd. 8% FCF-Marge. Bezos kann über Capex und das working capital ein paar Mrd. FCF rauf oder runter locker steuern. Nachdem er in H1 wie ein Geisteskranker investiert hat, hat er sich in Q3 etwas gemäßigt, wohl weil Investoren die CF-Schwäche kritisiert hatten.
  • Angenommen, in Q4 setzt er das fort und zeigt ausnahmsweise sogar 10% bottom line, dann dürfte der FCF FY rd. 7 Mrd. USD betragen, das wären 5% FCF-Marge (immerhin ungefähr HDax-Durchschnitt …).
  • Wie hoch wäre die amazon-Aktie dann bewertet? Antwort: ca. 63x FCF. Das ist rd. 3,5x teurer als die Alphabet-Aktie, obgleich Alphabet eine 6x höhere FCF-Marge schafft! Und amazon ist mehr als doppelt so hoch bewertet wie Visa, obgleich Visa eine 9x höhere FCF-Marge schafft! (Den 5%igen nachbörslichen Kursrückgang von amazon habe ich hierbei berücksichtigt.)

Nun, die Aktionäre von amazon müssen ähnlich verrückt sein wie Bezos selber.

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