Adidas: Lichtjahre hinter Nike zurück

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Die vergangenen Wochen waren für die Adidas-Anleger alles andere als berauschend. Die Jubelphase beim Aktienkurs scheint vorbei zu sein, mittlerweile ist der top line-Konsens so hoch, daß irgendwann die „Enttäuschung“ kommen mußte, das ist jüngst mit den Q3-Zahlen passiert.

Mit ihrem zweistelligen Wachstum drehen die Franken weiter hauptsächlich lediglich Geld, FCF-Marge 9M berichtet 1,8%, bereinigt um Working-Capital (wc) -Effekte 3,7%, was die Profitabilität besser spiegelt, CCR, bezogen auf die bereinigte FCF-Marge weiter nur etwas unter 53%.

Die Herzogenauracher melden einen besseren Preismix, auch leicht höhere operative Marge und Nettoergebnis, Kasper Rorsteds Effizienzmaßnahmen liefern erste sichtbare Ergebnisse in der GuV, aber es kommt unterm Strich in Cash weiter sehr wenig raus. Auch bei einem guten Weihnachtsquartal sollte das ROCE im oberen einstelligen Bereich stecken bleiben.

Konkurrent Nike bleibt bottom line bei Cash-Produktion um den Faktor 3 besser, bei Kapitaleffizienz ist Nike um den Faktor 5 besser. Nach wie vor ist der Abstand riesengroß, zudem muß man ja berücksichtigen, daß Nike derzeit massiv investiert und somit den Vorsprung bei Effizienz/Schnelligkeit/Einfachheit/dezentraler Produktion weiter ausbaut, während Rorsted überhaupt kein Geld hat, um angemessen zu investieren.

Rorsted kann nur hoffen, daß die Spekulanten um den Ägypter Sawiris bald aus der Aktie aussteigen – und zwar, bevor Adidas Reebok verkauft. Dann kann der Adidas-Chef den Verkaufserlös in Effizienz investieren – und muss das Geld nicht an die Aktionäre abgeben.

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